Aufgaben und Einsatzfelder

In Deutschland sind Ranger hauptsächlich in Großschutzgebieten (Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks) eingesetzt. Zunehmend werden aber auch einzelne Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete durch hauptamtliches Personal betreut. Arbeitgeber sind die Bundesländer als Träger der Parks, aber auch Landkreise, Kommunen, Stiftungen und Naturschutzverbände. Wenige Ranger bieten ihre Dienstleistungen auch als selbständige Unternehmer an.

 

Die EUROPARC-AG Schutzgebietsbetreuung hat ein Profil für Ranger*innen in Deutschlands Nationalen Naturlandschaften (NLL) erstellt, darin sind folgende Aufgabenfelder beschrieben:

Gebietskontrolle
  • Durchführung und Dokumentation der Gebietskontrolle einschl. Besucherinformation
  • Überprüfung der Beschilderung
  • Behandlung von Verstößen
    (Die Aufgaben der Ranger*innen sind in diesem Bereich unterschiedlich geregelt. In einigen Bundesländern haben sie das Recht in geringfügigeren Fällen Ordnungsgelder zu erheben und Verwarnungen auszusprechen. In anderen Gebieten wirken sie vor allem aufklärend und erstatten in schwereren Fällen Anzeigen bei den zuständigen Behörden.)
  • Kontrolle von Besuchereinrichtungen
  • Dokumentation der Verkehrssicherung
  • Einsammeln von Abfall
    (i. d. R. nur in kleineren Mengen, größere Mengen werden durch die Kommunen entsorgt)
  • Rettungswesen (Ranger*innen sind überall in der Lage, erste Hilfe zu leisten. Rettungssysteme, in die die Ranger*innen eingebunden sind, existieren in Nationalen Naturlandschaften, die abgelegene Gebirgsregionen umfassen.)
Monitoring und Umweltbeobachtung

 

  • Ermittlung naturkundlicher Daten nach anerkannten Methodenstandards (Biotoptypen, Flora, Fauna und Landschaftswasserhaushalt), Fähigkeit zum Umgang mit satellitengestützter Einmessung (z.B. GPS-Geräte)
  • Darstellung der Ergebnisse in digitalen Karten und in Berichten (wird unterschiedlich gehandhabt, teilweise führen diesen Teil der Aufgabe auch andere Mitarbeiter*innen der Schutzgebietsverwaltungen durch)
  • Unterstützende Arbeiten bei Forschungsprojekten
Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes

 

  • Mitarbeit bei der Entwicklung von Projekten und Arbeitsprogrammen
  • Durchführung und Dokumentation der Maßnahmen
Öffentlichkeitsarbeit
  • Information der Besucher*innen, Einwohner*innen und Landnutzer*innen während der Gebietskontrollen
  • Betreuung von Besucherinformationszentren
  • Betreuung mobiler Info-Stände bei regionalen und überregionalen Veranstaltungen und Messen
  • Umgang mit Medienvertreter*innen
Umweltbildung
  • Durchführung von Junior Ranger Programmen
  • Mobilisierung, Koordinierung und Qualifizierung von Freiwilligen
  • Umsetzung von Projekten und Programmen für weitere Zielgruppen (u. a. Kooperation mit Schulen)
  • Austauschprogramme und Vernetzung
  • Organisation und Durchführung von Camps mit Kindern und Jugendlichen, auch auf internationaler Ebene
  • Führungen (Ranger Touren, Naturinterpretation, selbstständige Konzeption der Führungen)
  • Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Technische Aufgaben
  • Markierung von Schutzgebieten und Schutzzonen
  • Herstellung und Reparatur von Besuchereinrichtungen
  • Durchführung der Verkehrssicherung (ist nicht in allen Schutzgebieten Aufgabe der Ranger*innen)
Aufgaben, die nur für einen kleineren Teil der Nationalen Naturlandschaften gelten
  • Gebietscheck für FFH-Gebiete
    (In einigen NNL werden während der Gebietskontrolle spezielle Checklisten ausgefüllt, um den Zustand der FFH-Gebiete zu dokumentieren.)
  • Unterstützung des Vertragsnaturschutzes (Beratung der Vertragsnehmer*innen, Vertragskontrolle, Erfolgskontrolle)
  • Mitarbeit beim professionellen Wildtiermonitoring und Wildtiermanagement
  • Betreuung von Bürgerbüros
  • Dienstleistungen für Dritte