Internationaler Rangerkongress in Stirling (Schottland)

vom 14.-21.Juni 2006

"People and place" war das Hauptthema des nun schon 5. Kongresses der International Ranger Federation im schottischen Stirling. Dort wo Robert the Bruce und William Wallace (Braveheart) einen wichtigen Teil der stolzen schottischen Geschichte schrieben, traf ich mich mit ca. 250 Rangern und Rangerinnen aus über 40 verschiedenen Ländern.

In sehr herzlicher Atmosphäre referierten wir über die Bedeutung der Schutzgebiete in den Industrienationen, aber auch über die Wichtigkeit der Arbeit von Rangern rund um den Globus. So nutzten viele Ranger den Kongress, um über ihre Schutzgebiete, die Arbeit und ihre Probleme zu berichten.

Der australische Ranger Sean Willmore berichtete in seinem Film "The Thin Green Line" über die unterschiedlichen Aufgaben unserer Rangerkollegen in Afrika, Amerika, Europa, Asien und Australien. Fast drei Jahre war er mit seiner Kamera unterwegs - und ein beeindruckender Film über die Schönheit und die Schwierigkeit der Arbeit von Rangern ist dabei entstanden.

Wir gedachten auch der 53 Ranger, welche seit dem 4. IRF-Kongress 2003 bei der Ausübung ihrer Arbeit weltweit in Schutzgebieten starben.

Korea und Ungarn traten mit ihren nationalen Verbänden dem IRF bei - aktuell sind nun 48 Rangervereinigungen Mitglieder!

In unterschiedlichen Workshops diskutierten wir Themen wie Management in Schutzgebieten, Arbeit mit Juniorrangern, Interpretation als Werkzeug bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung oder Programme für freiwillige Naturschutzhelfer.

Das Organisationskomitee und die schottischen Rangerkollegen haben diesen Kongress hervorragend gestaltet und so blieb für uns auch etwas Zeit, Leute, Kultur und Landschaft des Gastgeberlandes kennen zu lernen.

Den ganzen Tag hörte ich zu und sprach mit Rangerkollegen fast immer in der Muttersprache der Australier, Amerikaner, Südafrikaner, Schotten und Engländer - in Englisch eben - was meinen Sprachkenntnissen ganz gut tat.

Es ist nicht ganz leicht, die Stimmung auf einem Internationalen Rangerkongress wiederzugeben, ich würde sagen sehr herzlich und unkompliziert - und nun habe ich Freunde um die ganze Welt verteilt!

Ein gutes Fazit eines Referates war: "So viele schöne Orte es auf unserer Erde auch gibt - wirklich glücklich sollte man aber in seiner eigenen Heimat sein!" So flog ich nach einer tollen Woche mit vielen Eindrücken als Leiter der deutschen Ein-Mann-Delegation wieder nach Germany, um mit frischen Kräften meiner Arbeit nachzugehen, mit meiner Familie glücklich zu sein und auch etwas dem WM-Fußballfieber zu verfallen.

Der nächste Kongress ist für 2009 in Bolivien geplant, vielleicht eine Gelegenheit für den ein oder anderen deutsche/n Ranger/in dieses internationale Flair kennen zu lernen.

Robby Meißner
Ranger im Nationalpark Harz