Naturwachtblätter


Verbandsmitteilungen Juli 2000

Vorwort

Neues vom Vorstand

Sechstes Bundesweites Naturwachttreffen

Dritter Weltkongress der IRF

European Ranger Project

Bericht aus dem Mittleren Erzgebirge

Das Rangergedicht

Impressum


Liebe Mitglieder, Kolleginnen, Kollegen und Freunde,

das neue Jahr hat nicht nur eine denkwürdige Zahl 2000 zu bieten, sondern auch eine ganze Reihe von aktuellen Themen, die in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden. Uns berühren verständlicherweise die natur- und umweltschutzbezogenen Belange stark.

Entgegen der häufig offiziell verkündeten Version, der Naturschutz stünde mit dem Rücken zur Wand, seine Interessen müssten in einer Zeit, da Gelder und Arbeitsplätze knapp seien, zurückstehen, und die Menschen hätten keinen Nerv für solche Fragen, wo sie doch in existenzieller Hinsicht soviel Sorgen hätten, glaube ich eher, dass das Verständnis für Natur- und Umweltschutzbelange in der Gesellschaft durchaus gut entwickelt ist - nur dass breiteste Bevölkerungsschichten sich dazu nicht öffentlich äußern. Das tun die Akteure, die meist sehr handfeste wirtschaftliche Interessen vertreten und sich nicht selten bei ihren Unternehmungen durch lästige naturschutzfachliche Auflagen behindert sehen.

Auch Politikern, kommunalen wie auf Bundesebene, ist die Umsetzung des nationalen Umweltrechts mitunter unbequem, wenn der schnelle Erfolg, der für Politiker das Maß ihres politischen Gewichts zu sein scheint, dadurch etwa in die Ferne rückt.

So ist es umso erfreulicher, zu hören, dass die Modernisierung und Anpassung des bundesdeutschen Naturschutzgesetzes für notwendig erachtet und in Angriff genommen worden ist. Dabei genügt die Tatsache der Überarbeitung allein natürlich nicht, entscheidend ist, was dabei herauskommt bzw. nachher drinsteht. Einem jeden von uns fallen sicher sofort mehrere Forderungen ein, die endlich per Gesetz festgeschrieben und einklagbar werden müssten, das ist klar.

Eine große Forderung haben wir per Resolution während der kürzlichen Jahrestagung der Naturwacht Deutschlands in Baden-Württemberg gemeinsam verabschiedet: Die hauptamtliche, professionelle Betreuung von Großschutzgebieten, das können Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke, aber auch große Naturschutzgebiete sein, muss gesetzlich festgeschrieben werden! Das ist keine neue Forderung, die Umweltminister der Länder und die LANA (Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz) waren sich mehrfach einig darüber. Leider bisher ohne praxiswirksame Konsequenz.

So ist die jetzige Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes eine große Chance, diese Forderung mit Nachdruck zu erneuern und ihr Gehör auf höchster Ebene zu verschaffen. Unsere Resolution ist mit einem Anschreiben an den Bundesumweltminister, Herrn Jürgen Trittin, gesandt worden. Gleichzeitig hat der Bundesverband Naturwacht e.V. seine Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Arbeit an der Gesetzesneufassung bekundet.

Wir sind nicht die einzigen, die sich um ein verbessertes Naturschutzrecht bemühen, und so hoffe ich sehr auf einen wirklichen Fortschritt, und auf eine verbesserte rechtliche Stellung der professionellen Schutzgebietsbetreuung.

Beate Blahy (1. Vorsitzende)

 

Aus dem Verbandsleben


Neues vom Vorstand

Am 30.3.00 traf sich der Vorstand des Bundesverbandes zur 10. Vorstandssitzung, traditionell nutzt er dafür das Naturwachttreffen.

Als Gast war das Mitglied Herr Günter Mitlacher zugegen, dessen fachlichen Rat wir besonders in Sachen Fortbildung schon oft in Anspruch nehmen konnten. Er berichtete über eine neue Initiative, abgekürzt TOPAS (Training of protected areas staff), die sich der besseren Qualifizierung von Schutzgebietsbetreuern widmet. Diese wird vom Bundesinstitut für berufliche Bildung sehr wohlwollend begleitet. Der Bundesverband wird um Mitarbeit gebeten in seiner Eigenschaft als Mitglied des IRF. In einer ersten Phase werden die bereits existierenden Ausbildungsmodelle in Europa analysiert. Als zweite Phase sollen die gefundenen "Module" in den beteiligten Ländern erprobt werden, d.h., die Ranger werden geschult. In der abschließenden dritten Phase werden die Erfahrungen und Ergebnisse ausgewertet. Günter Mitlacher wurde per Vorstandsbeschluss ermächtigt, bei der Arbeit an diesem Projekt im Namen und als Vertreter des BVNW aufzutreten. Er wird uns regelmäßig über den Verlauf informieren.

Heike Flemming, die Geschäftsführerin, gab den Jahresbericht samt Kassenbericht ab. Die Kassenlage ist vorsichtig positiv, wir können keine Reichtümer anhäufen, aber wir denken daran, in diesem Jahr Geld in unsere Öffentlichkeitsarbeit zu stecken. Dabei hoffen wir auf die Unterstützung von EUROPARC, da wir als Mitglied so manche Verbindung mitnutzen können.

Das Thema "Image" als Inhalt des Naturwacht-Treffens im Jahr 2001 wurde als Vorschlag erarbeitet, der mit der Mitgliederversammlung diskutiert werden soll.

Zum Aufruf "Dienstältester Ranger" erreichten uns bisher vier Hinweise und Bewerbungen, wir wollen noch einige Wochen abwarten, ob sich noch weitere Bewerber melden, ehe wir ein Resümee ziehen. Mit dem Ergebnis werden wir auf der Jahrestagung erscheinen.

Der Antrag der AGNA (Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen der Naturschutzwacht Bayern e.V.) auf Fördermitgliedschaft wurde einstimmig angenommen. Die AGNA wird als Körperschaft aufgenommen, als ein Fördermitglied, nicht etwa, wie vielleicht missverstanden wurde, mit den ca. 800 Einzelmitgliedern.

Dem Bundesverband wurde von der Stiftung EURONATUR ein interessanter Vorschlag gemacht: Hilfe und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, in der Außendarstellung und, wie ich mir wünschen würde, bei der Erarbeitung einer Imagebroschüre. Dieses Angebot werden wir gern annehmen.

 

Sechstes Bundesweites Naturwachttreffen im Kloster Heiligkreuztal

Vom 29.-31.3.2000 fand unser diesjähriges Naturwachttreffen statt, mit einer Beteiligung von etwa 120 Teilnehmern. Der ehrwürdige Versammlungsort gab einen durchaus würdigen Rahmen ab für unsere Veranstaltung, und wiederum konnten wir Gäste von anderswo begrüßen. Französische Brigades Vertes (Grüne Brigaden), die in den Vogesen arbeiten, hatten drei Vertreter samt ihren Pferden entsandt, eine besondere Attraktion für die deutschen Kollegen, die doch eher auf Fahrrädern oder mit motorbetriebenen Fahrzeugen unterwegs sind.

Gastgeber war diesmal die baden-württembergische Natur- und Umweltschutzakademie, für deren ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung der Tagung ich mich auch an dieser Stelle noch einmal im Namen des Bundesverbandes ganz ausdrücklich bedanke. Unterbringung, Versorgung und Veranstaltungstechnik waren perfekt, diese Belange tragen, wie wohl jeder weiß, ganz entscheidend zu Gelingen oder Nichtgelingen einer Tagung bei.

Der erste Tag gehörte dem gastgebenden Bundesland, und so erfuhren wir einiges über die Art, wie in Baden-Württemberg mit Natur und ihrem Schutz verfahren wird. Dort spielt der hauptamtliche Naturschützer, vom Land bezahlt, eher eine Nebenrolle (ganze zwei Ranger arbeiten dort), das Schwergewicht liegt auf den Ehrenamtlichen.

Thematischer Schwerpunkt der Tagung war die Klärung der Frage, wie die Naturwacht den Spagat zwischen Restriktion und Animation bewältigt, der täglich gefordert wird. Dazu brachten die beiden baden-württembergischen Kollegen ihre Erfahrungen ein, und wir hörten einen Bericht der französischen Kollegen, wobei sich doch erhebliche Unterschiede in Aufgaben und Einsatz zwischen Deutschland und den Vogesen zeigten.

Herr Forstoberrat Höflinger, Leiter der Nationalparkwacht des NLP Bayerischer Wald, versuchte die Frage zu beantworten, ob nun der Ranger ein Traumjob sei oder nur das Feigenblatt von Politikern, mit dem die Forderung der Öffentlichkeit nach wirksamem Natur- und Umweltschutz hauptsächlich im Bereich von Großschutzgebieten beantwortet werden soll. Endgültige Klärung war nicht zu erlangen, kein Wunder bei einer Republik mit föderaler Struktur, in der ein jedes Bundesland seine eigene variantenreiche Antwort formuliert.

Am 31.3.2000 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Bundesverbandes statt, mit guter Beteiligung, und nach meinem Empfinden mit starker Anteilnahme an der geführten Diskussion. Konsens wurde erzielt in der Frage, ob der Bundesverband ins Internet solle oder nicht: Er muss! Dies ist heute ein unverzichtbares Detail von wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit, die Frage ist nur, wer macht's? Vielleicht können wir als Mitglied von EUROPARC uns an die Internetseiten der Organisation mit anhängen, das klären wir in der nächsten Zeit.

Auf der Mitgliederversammlung wurde auch das für das nächste Bundestreffen gewählte Thema "Image" bestätigt.

Einer der wichtigsten Beschlüsse des Tages ist die gemeinsam verabschiedete Resolution, deren Wortlaut im Anschluss zu lesen ist. Sie wurde als Pressemitteilung veröffentlicht, und sie wurde dem Bundesumweltminister Herrn Trittin zugeleitet, eine höflich zurückhaltende Antwort haben wir bereits erhalten.

Resolution des Bundesverbandes Naturwacht e.V.             

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Naturwacht e.V. fordert Bundesumweltminister Trittin und die für Naturschutz zuständigen MinisterInnen der Länder auf, die hauptamtliche Betreuung (Naturwacht, Ranger) von Nationalparken, Biosphärenreservaten, Naturparken und Naturschutzgebieten im Bundesnaturschutzgesetz zu verankern.

Die Informationstätigkeit und Besucherlenkung sowie die Überwachung der Schutzvorschriften nach den Naturschutzgesetzen und anderen gesetzlichen Grundlagen sind zentrale Aufgaben zur Erhaltung und Pflege des nationalen Natur- und Kulturerbes.

Heiligkreuztal, den 31.03.2000

Frau Dr. Gertrud Hein hat sozusagen in letzter Minute den Tagungsband der vorjährigen Tagung aus Willebadessen mitgebracht, vielen Dank dafür! Weitere Exemplare sind sicherlich noch bei ihr selbst in der Natur- und Umweltschutzakademie Nordrheinwestfalen nachzufragen (Tel.02361/305-339).

Das Resümee: Dieses bundesweite Naturwachttreffen hat ähnlich wie die vorangegangenen sehr zum Knüpfen und Halten von Kontakten zwischen Berufskollegen beigetragen, ein Fakt, der angesichts der geringen Anzahl von Naturwächtern in Deutschland (wir sind nach wie vor kaum mehr als 500) von großer Bedeutung ist.

Durch die beiden hauptamtlichen Ranger des Landes Baden-Württemberg, Achim Laber und Jörg Klüber, ist in sehr sympathischer und professioneller Weise ein lebendiges Bild von ihrer täglichen Arbeit gezeichnet worden, und allen, die Augen zum Sehen und Ohren zum Hören haben, sind auch die Defizite im Bereich des hauptamtlichen nichtakademischen Naturschutzes deutlich geworden.

Die Pläne für das nächste Jahr sind schon gefasst: Wir werden Gäste im Land Sachsen-Anhalt im Nationalpark Hochharz sein.

 

IRF-Neuigkeiten


Dritter Weltkongress der IRF

Der Dritte Weltkongress der International Ranger Federation im Krüger Nationalpark (Südafrika) ist in der letzten Vorbereitungsphase. Fieberhaft werden die Flugtickets gebucht und die letzten Ungereimtheiten beseitigt. Das Programm scheint vielversprechend: Neben den obligatorischen Begrüßungszeremonien und Ansprachen werden die in kleineren Gruppen stattfindenden Workshops inhaltlich ergiebig sein. Ich freue mich schon auf den Gedankenaustausch. Ganz besonders eindrucksvoll wird das am Vorabend der Kongresseröffnung stattfindende sogenannte „Potlach“, was soviel bedeutet, dass jeder aus seinem Heimatland typische Speisen und Getränke mitbringt, die dann zu einen großen Diner aufgebaut werden: ca. 45 Länder auf einem Tisch!

Ein ganzer Tag ist einer Exkursion durch den Krüger Nationalpark gewidmet. Für Frühaufsteher und Schlaflose gibt es auf Wunsch spezielle kleinere Unternehmungen in die Umgegend. Die Game Ranger Association (der afrikanische Rangerverband) ist der Organisator vor Ort. Wir drücken alle Daumen. Während der Zeremonie des IRF-Fahne-Hissens (eine ganz besonders feierliche Aktion) werde ich einen Gruß an die Daheimgebliebenen senden... Vielleicht bin ich beim nächsten Mal ja nicht alleine als Vertreter aus unserem Land. Wer Lust hat, kann sich den 4. Weltkongress 2003 in Australien schon einmal vormerken...

 

European Ranger Project - Youth Ranger/ Pilot Scheme

Seit Februar diesen Jahres sind in drei Schutzgebieten jeweils zwei Jugendliche und je ein betreuender Naturwächter dabei, ein spezielles Bildungsprogramm des Europäischen Ranger Projektes (IRF) zu realisieren. Das im Juli stattfindende abschließende Seminar im PEAK Nationalpark in England dient der Auswertung und dem Erfahrungsaustausch. An dem Projekt sind Jugendliche und Ranger aus sieben europäischen Ländern beteiligt. Das Jugendcamp wird hierbei ein ganz besonderer Höhepunkt sein. Wir dürfen uns auf einen spannenden Bericht freuen.

Im Übrigen,

Mein hochverehrter Grafiker hat mich hängen lassen, so dass ich meine Tochter zu Notzeichnungen veranlasst habe, vielleicht ist das überhaupt die Idee: unser Blatt zur kreativen Plattform zu öffnen zum Thema: „Ranger in Deutschland - wat macht denn der?“

Ihr seht: Eure Ideen und Eure Aktivitäten und Eure Mitarbeit sind gefragt!

In dem Sinne,

Heike Flemming (Geschäftsführerin)

 

Wortmeldungen


Bericht aus dem Mittleren Erzgebirge

Nachdem ich schon einige Zeit Mitglied im Bundesverband Naturwacht bin, möchte ich auch einmal von hier, aus der Region des Mittleren Erzgebirgskreises, von unserer Arbeit, Organisation, unseren Problemen berichten. Zuerst einmal etwas zu unserer Heimat:

Das Gebiet des Mittleren Erzgebirgskreises (MEK) umfasst die beiden ehemaligen, seit 1994 zusammengelegten Kreise Marienberg und Zschopau. Es ist eine typische Mittelgebirgsregion von den unteren Lagen im Flöhatal mit ca. 400 m üNN bis zu den Kammlagen mit der höchsten Erhebung, dem Hirtstein (geologisches ND-Basaltaufschluss) mit einer Höhenlage von 882 üNN.

Der eigentliche Erzgebirgskamm verläuft im Wesentlichen auf der tschechischen Seite mit dem höchsten Berg, dem Klinovec (Keilberg) mit 1244 m üNN im Westerzgebirge. Auch im Naturraum des Mittleren Erzgebirges liegen die höchsten Lagen auf böhmischer Seite – Jeleni vrch (Hassberg) mit 992 üNN. Die Landschaft ist reich gegliedert mit tief eingeschnittenen, teils schluchtartigen Kerbsohlentälern, Felsformationen (Grundgestein: verschiedene Gneise) und pleistozänem Verwitterungsschutt. In den höheren Lagen befinden sich Hochplateaus mit muldenartigen langgezogenen Vertiefungen, aus denen markante Bergkuppen und Tafelberge herausragen.

Der Waldanteil ist recht hoch, außerdem Landwirtschaftsflächen mit viel Grünland und typische, durch Bergbau und Besiedlung geprägte Kulturlandschaftsstrukturen mit Steinrücken und Haldenkomplexen. Als Besonderheit  wären Bergwiesen (Charakterarten Meum athamanticum, Cirsium helenoides, Arnica montana, Nardus stricta) und Hochmoore mit recht unterschiedlicher anthropogener Beeinflussung zu nennen.

Die Naturschutzarbeit reicht schon recht weit zurück. Wir besitzen mit dem NSG "Mothhäuser Heide“, einem Hochmoor, das zweitälteste Schutzgebiet Sachsens. Es wurde bereits 1911, nach anderen Angaben 1915 vom Verein Sächsischer Heimatschutz als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Um so bedauerlicher, dass es nach der Wende trotz massiver Proteste von Naturschützern an einen Privatmann verkauft wurde. Zu DDR-Zeiten wurde eine gute ehrenamtliche Naturschutzarbeit, die oft als Opposition von Staatsseite angesehen wurde, geleistet. Nach der Wende kam es durch das Engagement von Herrn Kolbe, einem ehrenamtlichen Naturschützer und passionierten Ornithologen, der 1990 im Frühjahr seine Tätigkeit als Dezernent für Umwelt und Naturschutz aufnahm, zur Errichtung einer Naturschutzstation. Ich wurde als Leiter berufen. 1994 ist aufgrund unzureichender Unterbringungsmöglichkeiten für Geräte und Technik, unzulänglicher sanitärer Einrichtung, nicht zuletzt wegen des Bekanntheitsgrades der Naturschutzstation mit dem Bau einer neuen Station über verschiedene Fördermöglichkeiten begonnen worden.

Diese Station gehört weiterhin zur unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Mittlerer Erzgebirgskreis, von dem wir auch finanziell getragen werden. In dieser Naturschutzstation am Eingang zum NSG „Schwarzwassertal“ gelegen, sind noch mehrere Institutionen ansässig. Da wir uns im Naturpark „Erzgebirge-Vogtland“ befinden, einem Naturpark der sich entlang der böhmischen Grenze als südliche Begrenzung und etwa der Höhenlinie ab 600 – 700 üNN als nördliche Grenze hinzieht, ist eine Außenstelle des Naturparkes in der Station integriert.

Des weiteren arbeitet bei uns der Landschaftspflegeverband „Zschopau-/Flöhatal“ und eine über ABM besetzte Stelle des NABU, Kreisgruppe Mittlerer Erzgebirgskreis. Wir sind auch anerkannte Einsatzstelle für das „Freiwillige Ökologische Jahr“ (FÖJ).

Die Zusammenarbeit mit allen hier beschäftigten Einrichtungen, vor allem in Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, ist sehr gut. Unsere Arbeit umfasst die Betreuung und Pflege der Schutzgebiete und Naturdenkmale, Öffentlichkeitsarbeit (Exkursionen, Vorträge, Schulungen), Zu- und Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde für Unterschutzstellungen, Biotopkartierungen, ökologische Untersuchungen bei Bau- und anderen Maßnahmen, Neuaufforstungen, Artenschutzmaßnahmen u.ä. Beteiligt und Initiator sind wir bei verschiedenen Projekten, wie einem Moorbiotopverbundsystem mit Revitalisierungsmaßnahmen, Heckenprojekt und anderen teils kleineren Projekten, wie Ausgleichsmaßnahmen. Zur Zeit wird in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband ein Biotopgarten angelegt.

Die Naturschutzstation ist Anlauf- und Beratungspunkt der 63 ehrenamtlichen Naturschutzhelfer. Des weiteren werden Verbindung und gute Zusammenarbeit mit allen an der Natur interessierten Einrichtungen und Personen angestrebt, wie Jagdverband, Anglerverband, Naturschutzverbänden und Fachgruppen. Dieser Personenkreis kann unseren Versammlungsraum kostenlos nutzen. Dieses Anliegen ist uns bis jetzt mehr oder weniger gut gelungen. Größere Konflikte konnten trotz unterschiedlichen Interessen und Auffassungen vermieden und Kompromisslösungen gefunden werden.

Wir wollen so gemeinsam versuchen, weiterer Naturzerstörung und Artenschwund entgegenzuwirken und uns nicht zersplittern und zerstreiten. Ein großes Problem haben wir zur Zeit mit der Zerstörung der Gebirgsbach- bzw. Flussökosysteme durch Wasserkraftanlagen. In unserem Kreis befinden sich acht NSG - vorwiegend waldbestockt, 62 festgesetzte Flächennaturdenkmale, dazu kommen noch einige in Planung befindliche. Mit Betreuungspersonal sieht es wie überall schlecht aus. Selbst der Naturpark besitzt keine Naturparkwacht. Notwendige Arbeiten werden über ABM zusammen mit dem Landschaftspflegeverband abgesichert. Ein Ausbildungsprogramm für den Beruf Natur- und Landschaftspfleger gibt es bei uns leider (hoffentlich noch) nicht.

Die rechtlichen Mittel und Möglichkeiten zur Durchsetzung von Verstößen gegen Naturschutzgesetze und Schutzgebietsverordnungen sind begrenzt. Ausgestattet sind wir mit dem Lada-Niva, Trabant-Kombi und Pflegetechnik.

Wir würden uns freuen, in Kontakt mit einer Einrichtung von Euch zu treten und Euch auch bei uns begrüßen zu können, um einen doch ganz andersartigen Naturraum kennen zu lernen.

Nikolaus Schaller,  Leiter der Naturschutzstation

Das Rangergedicht

 

Der Harz ist ein besond’rer Wald,

Hier gibt es viele Hexen – halt.

Doch nicht nur diese

Streifen durch das „Forstgemüse“.

Ein Teil vom Harz steht unter Schutz,

Und dass der Schutz auch etwas nutz’,

Ward hier ein Volk erfunden,

das im Walde dreht die Runden

Und auf den Schutz der Fläche acht’

Das ist die Nationalparkwacht.

Impressum


Herausgeber:    Bundesverband Naturwacht e.V.

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                        Dorfstr. 9

                        16248 Lüdersdorf

                        Tel.: (033365) 71461

Redaktion:       Heike Flemming, Beate Blahy

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